Vielleicht ist es Zeit, eine unbequeme Frage zu stellen.
Warum trainierst Du eigentlich?
Weil Du Deinen Körper verändern möchtest?
Weil Du abnehmen willst?
Weil Du Dich im Spiegel wieder wohler fühlen möchtest?
Oder weil Du gesund sein möchtest?
Auf den ersten Blick scheint das alles dasselbe zu sein.
Ist es aber nicht.
Wir leben in einer Zeit, in der wir unseren Körper ständig betrachten.
Von außen.
Im Spiegel.
Auf Fotos.
Auf der Waage.
Auf Instagram.
Wir messen.
Wir vergleichen.
Wir optimieren.
Noch ein bisschen weniger Bauch.
Noch ein bisschen mehr Muskeln.
Noch ein bisschen definierter.
Und irgendwann kann etwas Merkwürdiges passieren:
Wir kümmern uns ständig um unseren Körper und entfernen uns gleichzeitig von ihm.
Denn während wir ihn von außen betrachten, vergessen wir manchmal, ihn von innen zu spüren.
Sondern einfach wahrgenommen?
Wie fühlt sich Dein Körper heute an?
Wie bewegt er sich?
Wie atmest Du?
Wo bist Du frei?
Wo bist Du angespannt?
Wo fühlt sich Bewegung leicht an?
Und wo kostet sie Dich Kraft?
Das sind ganz andere Fragen als:
„Wie sehe ich aus?“
Und vielleicht sind es genau die Fragen, die wir wieder lernen dürfen.
Ich habe in meinem Leben als Physiotherapeut viele Körper gesehen.
Trainierte Körper.
Untrainierte Körper.
Junge Körper.
Alte Körper.
Schlanke Körper.
Kräftige Körper.
Und dabei habe ich etwas gelernt:
Gesundheit hat kein bestimmtes Aussehen.
Ein Körper kann aussehen wie aus einem Fitnessmagazin und trotzdem voller Schmerzen sein.
Und ein anderer Körper entspricht vielleicht überhaupt nicht dem aktuellen Schönheitsideal und kann sich trotzdem frei bewegen, belastbar sein und voller Energie stecken.
Das ist interessant.
Denn wenn Gesundheit von außen nicht zuverlässig erkennbar ist, warum versuchen wir dann so oft, Gesundheit von außen herzustellen?
Vielleicht kennst Du diesen Gedanken:
„Ich muss heute noch trainieren.“
Und wenn Du fragst, warum, kommt:
„Ich habe gestern zu viel gegessen.“
Oder:
„Ich muss die Kalorien wieder loswerden.“
Oder:
„Ich habe zugenommen.“
Dann wird Bewegung zur Strafe.
Der Körper wird zum Gegner.
Das Training zur Wiedergutmachung.
Und plötzlich steckt in einer eigentlich gesunden Handlung eine Botschaft:
„So wie Du bist, bist Du nicht gut genug.“
Was wäre, wenn Du stattdessen sagst:
„Ich bewege mich, weil ich mir wichtig bin.“
Ein kleiner Satz.
Aber eine völlig andere Haltung.
Stell Dir vor, Du bist 80 Jahre alt.
Du steigst aus dem Auto.
Ohne Hilfe.
Du gehst eine Treppe hinauf.
Du hebst etwas vom Boden auf.
Du gehst mit Deinen Kindern oder Enkeln spazieren.
Du reist.
Du wanderst.
Du tanzt vielleicht.
Du stehst morgens auf und bewegst Dich einfach.
Nicht weil Dein Körper perfekt aussieht.
Sondern weil er Dir erlaubt, Dein Leben zu leben.
Dafür lohnt sich Training.
Nicht für den nächsten Sommer.
Für Dein Leben.
Wir haben Kraft vielleicht zu lange auf Muskeln reduziert.
Aber was bedeutet Kraft eigentlich?
Kraft bedeutet auch:
selbstständig aufzustehen.
Eine schwere Einkaufstasche zu tragen.
Dich abzufangen, wenn Du stolperst.
Dein Gleichgewicht zu halten.
Eine Treppe zu steigen.
Dich frei zu bewegen.
Deinen Alltag selbst gestalten zu können.
Und plötzlich bekommt das Wort „Fitness“ eine ganz andere Bedeutung.
Es geht nicht mehr darum, fit auszusehen.
Sondern fit für das Leben zu sein.
Das Faszinierende am Körper ist:
Er denkt langfristiger als wir.
Wir denken:
„Wie sehe ich nächsten Samstag am Strand aus?“
Der Körper denkt nicht in diesem Zeitraum.
Er braucht Bewegung.
Belastung.
Erholung.
Anpassung.
Er möchte benutzt werden.
Denn Fähigkeiten, die wir nicht benutzen, können verloren gehen.
Beweglichkeit.
Kraft.
Koordination.
Ausdauer.
Gleichgewicht.
Deshalb ist Bewegung vielleicht weniger eine Investition in Deinen Spiegel und viel mehr eine Investition in Deinen zukünftigen Alltag.
Du kannst Deinen Körper anschauen.
Aber Du kannst ihm nicht ansehen, wie glücklich Du bist.
Du kannst Muskeln sehen.
Aber nicht, wie frei Du Dich bewegst.
Du kannst Gewicht messen.
Aber nicht, wie viel Lebensenergie in Dir steckt.
Du kannst Körperfett messen.
Aber nicht, ob Du morgens gerne aufstehst.
Der Spiegel zeigt Dir eine Oberfläche.
Dein Leben spielt darunter.
Und vielleicht ist es Zeit, wieder mehr auf die Geschichte zu achten als auf das Cover.
Das verändert alles.
„Ich muss meinen Körper verändern.“
oder:
„Ich kümmere mich um meinen Körper.“
Der erste Satz kommt aus Mangel.
Der zweite aus Verbindung.
Der erste sagt:
„Du bist noch nicht gut genug.“
Der zweite sagt:
„Du bist mir wichtig.“
Vielleicht ist das der Unterschied zwischen Training und bewusster Bewegung.
Nicht unbedingt die Übung.
Nicht die Anzahl der Wiederholungen.
Nicht das Gewicht.
Sondern der Mensch, der dabei in Dir spricht.
Nicht bei der Frage:
„Wie bekomme ich den Körper, den ich haben möchte?“
Sondern:
„Was möchte ich mit meinem Körper noch erleben?“
Das verändert den Blick.
Plötzlich wird Bewegung nicht mehr zur Pflicht.
Sondern zur Möglichkeit.
Kraft wird Selbstständigkeit.
Beweglichkeit wird Freiheit.
Ausdauer wird Lebensqualität.
Gleichgewicht wird Sicherheit.
Und Dein Körper wird wieder zu dem, was er eigentlich immer war:
Dein Zuhause.
Wenn Du das nächste Mal trainierst, frag Dich nicht zuerst:
„Was muss ich an meinem Körper verändern?“
Frag Dich:
„Für welches Leben trainiere ich gerade?“
Vielleicht lautet Deine Antwort:
Für die Reise, die ich noch machen möchte.
Für die Kinder, mit denen ich spielen möchte.
Für den Berg, den ich noch besteigen möchte.
Für die Selbstständigkeit im Alter.
Für die Freiheit, mich ohne Angst zu bewegen.
Oder vielleicht einfach:
Weil ich mich in meinem Körper wieder zu Hause fühlen möchte.
Und vielleicht ist das die schönste Form von Training.
Nicht gegen Dich.
Sondern für Dich.
Nicht aus Ablehnung.
Sondern aus Selbstachtung.
Nicht für den Spiegel.
Für das Leben.
Denn Dein Körper ist keine Baustelle, die irgendwann fertig sein muss.
Er ist das Zuhause, in dem Du Dein ganzes Leben verbringen wirst.
Behandle ihn auch so.
Du möchtest noch tiefer eintauchen? Dann hör Dir die passende Podcastfolge an: „Warum trainierst Du?“
Vielleicht verändert sie Deinen Blick auf Bewegung.
Bleib gesund - alles andere ist krank
ÜBER DEN AUTOR

Volker Pukrop
Volker Pukrop ist Experte für Energiemedizin und hat bereits zahlreichen Menschen geholfen, indem er durch seine ganzheitliche Betrachtungsweise aus der Anatomie des Lebens© und in Verbindung mit Techniken wie dem von ihm entwickelten FlowMotion© Konzept hinter die Kulissen von Krankheiten blickt, statt nur Symptome zu verwalten. In diesem Blog erfährst du mehr über seine Expertise und Sichtweise..
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